Die einzige belastbare Preisreihe für Österreich kommt aus der jährlichen Markterhebung. Sie zeigt Mittelwerte, keine Angebotspreise.
KostenStand 8 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Für eine schlüsselfertige 5-kWp-Anlage wurden 2024 im Mittel rund 1.551 €/kWp↗ erhoben, bei 10 kWp
1.336 €/kWp↗, bei 30 bis 50 kWp nur noch 806 €/kWp↗. Alle Werte ohne
Umsatzsteuer. Für ein Angebot 2026 kommen 20 %↗ dazu, weil der Nullsteuersatz ausgelaufen ist.
Warum die kleine Anlage pro kWp am teuersten ist
Gerüst, Anfahrt, Planung, Netzanmeldung und der Umbau am Zählerkasten fallen einmal an, egal ob zwölf oder dreißig
Module aufs Dach kommen. Dieser fixe Block verteilt sich bei einer größeren Anlage auf mehr Kilowattpeak.
Mittlere Systempreise 2024, nettoQuelle: Marktentwicklung 2024, Technikum Wien im Auftrag des KlimaschutzministeriumsDaten als Tabelle
Kategorie
€/kWp netto
5 kWp
1.551 €/kWp
10 kWp
1.336 €/kWp
30 bis 50 kWp
806 €/kWp
Die Module selbst sind dabei der kleinere Posten. Ihr Anteil am Systempreis liegt bei einer 5-kWp-Anlage bei
etwa 11,9 %↗, bei 10 kWp bei 13,83 %↗ und erst bei 30 bis 50 kWp bei
22,94 %↗. Wer beim Modulpreis verhandelt, verhandelt also über ein Achtel der Rechnung. Der
Rest ist Arbeit, Gerüst, Wechselrichter und Montagematerial.
Was das für ein Einfamilienhaus bedeutet
Ein Haus in Niederösterreich mit einem 45 m² großen Süddach trägt ungefähr 8 kWp, denn je kWp brauchen Sie
5 bis 7 m²↗ Modulfläche. Aus den beiden Mittelwerten für 5 und 10 kWp ergibt sich daraus dieser Rahmen.
Rechenbeispiel: Kostenrahmen nettoQuelle: Eigene Rechnung aus den Mittelwerten der Marktentwicklung 2024Daten als Tabelle
Anlage
Kostenrahmen netto
6 kWp
8.016 bis 9.306 € netto
8 kWp
10.688 bis 12.408 € netto
10 kWp
13.360 bis 15.510 € netto
Das ist eine Rechnung, kein Angebot. Ein Ziegeldach mit einfacher Statik liegt am unteren Rand, ein Blechdach mit
Sonderkonstruktion, langen Kabelwegen oder einem neuen Zählerkasten darüber.
Die Umsatzsteuer ist zurück
Zwischen 01.01.2024 bis 31.03.2025↗ galt für Anlagen bis höchstens 35 kWp Engpassleistung↗ der Nullsteuersatz. Dann
wurde er im Zuge des Budgetsanierungsmaßnahmengesetzes vorzeitig beendet. Angebote aus dieser Zeit sind deshalb
nicht mit heutigen vergleichbar: Auf 12.000 € netto kommen jetzt 2.400 € Umsatzsteuer obendrauf.
Der Branchenverband rechnet vor, dass eine kWh aus der eigenen Anlage rund 7 Cent/kWh↗ kostet, während der
Bezug aus dem Netz mit Steuern und Netzentgelten meist deutlich mehr als 25 Cent/kWh↗ ausmacht. Diese Differenz ist der
Grund, warum sich eine Anlage meist innerhalb von 10 Jahren↗ rechnet. Das sind Angaben des Verbands, also einer
Interessenvertretung, und sie setzen voraus, dass Sie einen ordentlichen Teil des Stroms selbst verbrauchen.
Die Anlage hält dabei deutlich länger als die Amortisation dauert: Die Stadt Wien rechnet mit
mindestens 25 Jahre↗ Lebensdauer.
Worauf Sie beim Angebot achten sollten
Netto oder brutto? Seit 2026 macht das ein Fünftel der Summe aus.
Ist der Gerüstbau enthalten, oder steht er als Regiearbeit im Kleingedruckten?
Wer übernimmt Netzanmeldung und Förderantrag, und was passiert, wenn der Zuschuss nicht zugeteilt wird?
Welche Leistung steht im Angebot: Modulspitzenleistung in kWp oder Wechselrichterleistung in kW?
Redaktion: [PLATZHALTER: Name und Qualifikation der verantwortlichen Redakteurin bzw. des
Redakteurs – vor Launch ausfüllen]. Hinweise auf veraltete Zahlen nehmen wir gerne entgegen: siehe
Methodik.